Hintergrundinfos
Übersicht
Historisches
Der Kaiserschnitt (Sectio Cesarae) hat seinen Namen der Geschichte nach von Kaiser Julius Cäsar, der auf diesem Wege auf die Welt gekommen sein soll. Über den tatsächlichen Ursprung des Namens existieren jedoch viele Hypothesen. Dass Julius Cäsar tatsächlich selbst durch einen Kaiserschnitt entbunden wurde, scheint mit Sicherheit eine Legende zu sein, da seine Mutter die Geburt überlebte. Dies kam zur damaligen Zeit nicht vor.
Alte Bücher, Zeichnungen und Bilder geben Informationen über die ersten „Schnitt-Entbindungen“. Bis zum 15. Jahrhundert wurde der Kaiserschnitt offenbar nur nach dem Tod der Mutter durchgeführt, um das Kind taufen zu können. Ab dem 15. Jahrhundert findet man immer mehr Berichte über Kaiserschnitte. Damals wurde die Gebärmutter nicht zugenäht, was oft zum Tod der Mutter führte.
Ab dem 18. Jahrhundert trat eine wesentliche Veränderung in der Geburtshilfe ein, zunehmend praktizierten männliche Chirurgen in der Geburtshilfe. Die Kaiserschnitte waren dennoch selten, da sie nach wie vor lebensbedrohlich waren. Antibiotika und Blutersatzmittel existierten noch nicht. Außerdem gab es keine Narkosemöglichkeiten.
Ab ca. 1880 sank die Sterblichkeit der Mütter bei Kaiserschnitten auf etwa fünf Prozent ab. Bis 1950 stieg die Zahl der Sectio Cesarae auf drei Prozent an. Anfangs sank die Kindersterblichkeit bei einer Steigerung der Kaiserschnitt-Häufigkeit. Heute ist dieser Bezug nicht mehr herzustellen.
Die Situation heute
2003 lag die Kaiserschnittrate in Deutschland bei 25,5%. Die WHO empfiehlt eine Kaiserschnittrate von bis zu 15% bzw. geht davon aus, dass eine höhere Kaiserschnittrate medizinisch nicht notwendig ist.
Gründe und Indikatoren
Für einen Kaiserschnitt gibt es verschiedenste Gründe und Indikationen.
Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt vonseiten des Kindes können sein:
- Beckenendlage
- Querlage
- Frühgeburten
- Mehrlingsgeburten
Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt vonseiten der Mutter können sein:
- „Plazenta praevia“, wenn der Mutterkuchen (plazenta) ganz oder teilweise vor dem Muttermund liegt
- aktiver Herpes im Genitalbereich zur Zeit der Geburt
- HIV-Erkrankung der Mutter
Gründe für eine eilige Kaiserschnittentbindung bzw. eine Not-Sectio:
- vorzeitige Lösung der Plazenta
- Uterusruptur, d.h. die Gebärmutterwand reißt ein
- Nabelschnurvorfall
- eine Gestose bei der Mutter
- Sauerstoffmangel des Kindes
- Geburtsstillstand (Wenn die Eröffnung des Muttermundes über Stunden nicht vorangeht. Dabei kann es dem Kind durchaus gut gehen.)
- das Kind rutscht nicht weiter in den Geburtskanal, liegt aber noch zu hoch für die Saugglocke oder Zange
Quellen
- Albrecht-Engel und Albrecht: „Kaiserschnittgeburt“, Reinbek bei Hamburg 1995
- de Jong und Kemmler: „Kaiserschnitt – Wie Narben an Bauch und Seele heilen können“, München 2007
- Lutz und Kolip: „GEK-Kaiserschnittstudie“, Bremen/Schwäbisch Gmünd 2006